SANKT MARIA MAGDALENA

 

Archiv - Monat Dezember 2008

Katholische Pfarrgemeinde Kamenz/Sa.

 

+++ 21.12.2008 +++


„Ich freute  mich, als man mir sagte, wir ziehen zum Hause des Herrn …“


so beginnt ein Wallfahrtspsalm Israels. Die Pilger beteten ihn, wenn sie sich am Ende des Weges Jerusalem und dem  Tempel näherten. Die Worte des Psalms sind aus dem Leben erwachsen. Sie tragen Leben und Erfahrung in sich. Am 4. Adventssonntag trafen sie ziemlich genau die Gemütsverfassung der Gemeinde, die sich wie auch sonst im Elisabethsaal zur Feier der Eucharistie versammelt hatte.


„Wir ziehen zum Hause des Herrn.“

Eigentlich war es offiziell nicht bekannt gemacht worden. Es hatte sich herumgesprochen. Insgeheim lautete das ehrgeizige Ziel: Wir versuchen, bereits am 4. Adventssonntag, wieder Gottesdienst in der fertig gestellten Pfarrkirche zu feiern. Die Sache war sicherheitshalber nicht bekannt gemacht worden. Zu groß wäre die Enttäuschung gewesen, wenn es nicht geklappt hätte. Nichts ist schwieriger, als nach gegebenem Versprechen wieder zurückzurudern.

Der Elisabethsaal war reichlicher gefüllt als sonst an Sonntagen üblich. Hier erweist sich, dass einer der ganz erfolgreichen Wege effektiver Information die Mundpropaganda ist. 


Hinter den Kulissen war in den letzten Wochen mächtig gearbeitet worden. Die Handwerker hatten nicht nur eine Kohle zugelegt. Klotzen statt kleckern. Das galt. An ermunternden Worten hatte es seitens der Bauleitung nicht gefehlt. Vor allem die Elektriker standen im Dauerdruck. Die Maler schafften nicht weniger engagiert.

Wie knapp alles herging, können Sie daraus ersehen, dass am Freitag, den 19.12.08  die neuen Lampen aufgehängt wurden. Die Maler schafften sich noch am Vorraum zur Kirche und dem Treppenaufgang. Zuletzt rückten sie den Rostspuren vom Eisen der Kirchenbänke auf dem Granitfußboden zu Leibe. Die Kirche war jetzt professionell gereinigt. Zum Abend zu leuchtete dann die Ampel mit dem ewigen Licht.  Der Elektriker ging als letzter von Deck.

Am Samstag, den 20.12.08 rückten die Frauen der Gemeinde an, um die Feinreinigung vorzunehmen. Tatkräftige Männer schafften Handlungsfreiheit zum Wischen. Die Kirchenbänke, farblich überholt, wurden aufgestellt und ausgerichtet. Gegen Mittag stand alles an seinem Platz. Es war geschafft. Jetzt war im Raum alles bereit, dass am Sonntag hier wieder Eucharistie gefeiert werden konnte. 

Nun ging der Fachmann für Glocken und Geläut ans Werk. Er wollte alles daran setzen, dass am 4. Adventssonntag eine Glocke im sanierten Glockenstuhl erklingt. Nach 21.00 Uhr war es soweit. Die Glocke mit dem Namen „MARIA“ schlug wieder an.

Es war bewegend, als Gemeinde auf das Gotteshaus zuzugehen und dort einzutreten, um dort zum ersten Mal wieder Eucharistie zu feiern. Seit Anfang März verwehrte ein ominöses Schild den Zugang:



Das  Bistum ordnet mit Wirkung zum

07.03.2008

die unmittelbare Schließung der Kirche

St. Maria Magdalena an.

Alle Gottesdienste finden von jetzt an im

Elisabethsaal, Bernhardweg 6, statt.


Die Stimme der Glocke sprach zu einem jeden, der am 4. Adventssonntag, am 21.12.2008 nach der Predigt den Weg vom Elisabethsaal zur Kirche zurücklegte. Einem solchen Moment kann man sich nicht entziehen. Alle Generationen ein Mal ist es einer Gemeinde vergönnt, zu tun, was wir vollziehen konnten. Nach einem reichlichen halben Jahr Planungs- und Bauzeit haben wir unser Gotteshaus wieder in Besitz genommen. Die Segnung am Ende des Gottesdienstes stellte es neu in den Dienst Gottes.

„Ich freute  mich, als man mir sagte, wir ziehen zum Hause des Herrn …“ Wie gut, dass es Schriftworte gibt, die manchmal einen Vorgang besser erfassen als eine detaillierte Schilderung. Nun haben wir unsere Kirche wieder. Die Krönung dieses Vormittags kam nach dem Ende des Gottesdienstes. Der Bauleiter der Gemeinde trennte das ominöse Schild an der schmiedeisernen Pfortentür zum Kirchgelände ab. Wer es gesehen hat, spürte: Jetzt war es wirklich zu Ende gebracht. Wir haben unser Gotteshaus wieder.

Mit Ihnen bin ich dankbar für die gnädige Führung, die sich in allem gezeigt hat, was wir seit dem 7. März 2008 an Höhen und Tiefen durchschritten haben.

Ich danke einem jeden, der sich zum Gelingen des gemeinsamen Werkes eingebracht hat.


Michael Kleiner

Ihr Pfarrer